Infektionen und Kinderwunsch.
Manche Infektionen verlaufen völlig still – und hinterlassen dennoch Spuren, die dem Kinderwunsch im Weg stehen können. Allen voran Chlamydien: Sie zählen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen und bleiben oft jahrelang unbemerkt. Die gute Nachricht: Infektionen lassen sich einfach abklären und behandeln – und auch für bereits entstandene Folgen gibt es gute Wege.
Still verlaufende Infektionen als mögliche Ursache.
Bleibt eine Schwangerschaft aus, denken die wenigsten an eine Infektion – dabei gehören Infektionen zu den relevanten Ursachen bei unerfülltem Kinderwunsch. Der Grund: Aufsteigende Infektionen der Geschlechtsorgane können Entzündungen an Gebärmutter, Eileitern und Eierstöcken auslösen. Heilen diese Entzündungen ab, können Vernarbungen und Verwachsungen zurückbleiben – vor allem an den empfindlichen Eileitern.
Oftmals sind es genau solche unbemerkten Entzündungen (z. B. durch Chlamydien) in der Vergangenheit, die zu verklebten oder verschlossenen Eileitern führen – ganz ohne spürbare Beschwerden. Sind die Eileiter verschlossen, können Eizelle und Samenzelle nicht mehr zueinanderfinden. Wie sich das überprüfen lässt, lesen Sie auf unserer Seite zur Eileiter-Durchgängigkeit.
Warum Chlamydien so tückisch sind.
Chlamydien sind Bakterien, die vor allem beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden. Das Tückische: Eine Chlamydien-Infektion verursacht bei vielen Betroffenen keine oder nur sehr milde Beschwerden – und bleibt deshalb häufig lange unentdeckt. Genau dadurch hat sie Zeit, aufzusteigen und Entzündungen auszulösen, deren Folgen erst Jahre später sichtbar werden, wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt.
Auch beim Mann können Infektionen eine Rolle spielen: Entzündungen der Samenwege können die Samenqualität und den Spermientransport beeinträchtigen. Deshalb gehört zur vollständigen Abklärung immer auch der Blick auf beide Partner – etwa mit einem Spermiogramm.
So klären wir Infektionen ab.
Die Abklärung ist unkompliziert und schnell – und schafft Klarheit für die weitere Planung.
Ausführliches Erstgespräch
Wir besprechen Ihre Vorgeschichte – etwa frühere Unterleibsentzündungen oder bekannte Infektionen – und Ihren bisherigen Kinderwunschweg, zum Beispiel im Rahmen einer Kinderwunsch-Erstberatung.
Abstriche
Mit vaginalen Abstrichen lässt sich feststellen, ob aktuell eine Infektion – etwa mit Chlamydien – vorliegt. Aktuelle Infektionsabstriche sind bei uns auch Voraussetzung für bestimmte Untersuchungen und Behandlungen, etwa die Überprüfung der Eileiter-Durchgängigkeit.
Bluttests
Ergänzend können Blutuntersuchungen Hinweise auf durchgemachte Infektionen geben. Welche Tests in Ihrer Situation sinnvoll sind, entscheiden unsere Ärzt:innen individuell.
Befundbesprechung & Plan
Alle Ergebnisse besprechen wir ausführlich mit Ihnen. Besteht der Verdacht, dass eine frühere Infektion die Eileiter geschädigt hat, planen wir die weitere Abklärung – etwa eine sanfte Überprüfung der Eileiter-Durchgängigkeit per Ultraschall direkt bei uns im Institut.
Infektionen behandeln: gemeinsam mit dem Partner.
Wird eine bakterielle Infektion wie Chlamydien festgestellt, lässt sie sich antibiotisch behandeln. Wichtig ist dabei die Partnerbehandlung: Damit es nicht zu einer gegenseitigen Wiederansteckung kommt, sollten immer beide Partner mitbehandelt werden. Über Präparat und Dauer der Behandlung entscheiden unsere Ärzt:innen individuell.
Eine behandelte Infektion macht bereits entstandene Vernarbungen allerdings nicht rückgängig – deshalb gehört zur Abklärung bei Kinderwunsch auch der Blick darauf, ob die Eileiter durchgängig geblieben sind.
Wenn die Eileiter bereits geschädigt sind: Ihre Wege.
Hat eine frühere Infektion die Eileiter verklebt oder verschlossen, ist das kein Ende des Kinderwunsches – es zeigt nur, dass der natürliche Weg blockiert ist. Bei der IVF werden die Eileiter vollständig umgangen: Die Eizellen werden direkt aus dem Eierstock entnommen, im Labor befruchtet und der Embryo anschließend in die Gebärmutter übertragen.
Ob Ihre Eileiter durchgängig sind, lässt sich mit einer kurzen, sanften Ultraschalluntersuchung (HyCoSy) direkt bei uns im Institut feststellen – alle Details dazu finden Sie auf unserer Seite zur Eileiter-Durchgängigkeit.
Infektionen sind nur eine von vielen möglichen Ursachen
Oft wirken bei unerfülltem Kinderwunsch mehrere Faktoren zusammen. Einen Überblick über die häufigsten Gründe – von der Eileiter-Durchgängigkeit über den Hormonstatus bis zur männlichen Unfruchtbarkeit – finden Sie auf unserer Ursachen-Seite.
Infektionen und Kinderwunsch: Ihre Fragen.
Können Chlamydien unfruchtbar machen?
Eine unbehandelte Chlamydien-Infektion kann aufsteigen und Entzündungen an Gebärmutter, Eileitern und Eierstöcken auslösen. Als Folge können die Eileiter verkleben oder verschlossen werden – eine der bekannten Ursachen für unerfüllten Kinderwunsch. Rechtzeitig erkannt, lässt sich eine Chlamydien-Infektion gut antibiotisch behandeln.
Woran erkenne ich eine Chlamydien-Infektion?
Häufig gar nicht: Chlamydien-Infektionen verlaufen bei vielen Betroffenen ohne oder mit nur sehr milden Beschwerden – und bleiben deshalb oft lange unbemerkt. Genau das macht sie so tückisch. Klarheit bringt nur ein Test, etwa ein Abstrich.
Wie wird bei Kinderwunsch auf Infektionen getestet?
In erster Linie mit Abstrichen, die eine aktuelle Infektion nachweisen können. Ergänzend können Blutuntersuchungen Hinweise auf früher durchgemachte Infektionen geben. Welche Tests sinnvoll sind, entscheiden unsere Ärzt:innen individuell im Rahmen Ihrer Abklärung.
Wie werden Chlamydien behandelt?
Mit Antibiotika – über Präparat und Dauer entscheiden unsere Ärzt:innen individuell. Wichtig ist, dass der Partner mitbehandelt wird, damit es nicht zu einer gegenseitigen Wiederansteckung kommt.
Muss mein Partner mitbehandelt werden?
Ja. Wird nur eine Person behandelt, kann es beim ungeschützten Geschlechtsverkehr immer wieder zur gegenseitigen Ansteckung kommen – die Infektion würde sich im Kreis drehen. Deshalb gehört die Partnerbehandlung fest dazu.
Ich hatte früher eine Chlamydien-Infektion – was bedeutet das für meinen Kinderwunsch?
Eine frühere Infektion bedeutet nicht automatisch, dass Ihre Fruchtbarkeit beeinträchtigt ist – sie ist aber ein guter Grund, die Eileiter-Durchgängigkeit überprüfen zu lassen. Das geht bei uns mit einer kurzen, sanften Ultraschalluntersuchung (HyCoSy), ganz ohne Röntgenstrahlung.
Was passiert, wenn meine Eileiter durch eine Infektion geschädigt sind?
Dann ist der natürliche Weg blockiert – nicht aber der Weg zum Wunschkind. Bei der IVF werden die Eileiter vollständig umgangen: Die Eizellen werden direkt entnommen, im Labor befruchtet und der Embryo in die Gebärmutter übertragen. Welcher Weg zu Ihnen passt, besprechen wir gemeinsam anhand Ihrer Befunde.
Spielen Infektionen auch beim Mann eine Rolle?
Ja. Entzündungen der Samenwege können die Samenqualität und den Spermientransport beeinträchtigen. Deshalb betrachten wir bei der Abklärung immer beide Partner – beim Mann gehört dazu vor allem das Spermiogramm.
Wir erfüllen Ihren Kinderwunsch!
Ob eine still verlaufene Infektion hinter Ihrem unerfüllten Kinderwunsch steckt, lässt sich einfach abklären – wir begleiten Sie dabei.
Oder rufen Sie uns an: +43 1 877 77 75