Nach einer Vasektomie
Wenn eine Sterilisation vorliegt und eine Rückoperation nicht gewünscht oder nicht erfolgversprechend ist, lassen sich Samenzellen direkt aus Hoden oder Nebenhoden gewinnen.
Sind im Ejakulat keine Samenzellen nachweisbar, können befruchtungsfähige Spermien in vielen Fällen direkt aus dem Hodengewebe gewonnen werden.
Sind im Ejakulat keine Samenzellen nachweisbar (Azoospermie), kann versucht werden, mittels PESA (perkutane Samenaspiration) oder offener Hodenbiopsie befruchtungsfähige Spermien zu gewinnen.
Mit den – oft nur wenigen – erhaltenen Samenzellen oder deren Vorläuferzellen kann die Befruchtung der Eizellen ausschließlich mit der ICSI-Methode durchgeführt werden.
Von einer Azoospermie spricht man, wenn in Spermiogrammen keine einzige Samenzelle nachweisbar ist. Für diese Diagnose braucht es immer mindestens zwei voneinander unabhängige Untersuchungen im Abstand von einigen Wochen, denn Infekte, Fieber, Medikamente oder starke körperliche Belastung können ein Spermiogramm vorübergehend deutlich verändern.
Wichtig zu wissen: Eine Azoospermie bedeutet nicht automatisch, dass im Hoden keine Spermien gebildet werden. In vielen Fällen entstehen Samenzellen im Hodengewebe durchaus – sie erreichen das Ejakulat nur nicht oder nur in so geringer Zahl, dass sie dort nicht auffindbar sind. Genau hier setzt die Hodenpunktion an: Sie holt die Samenzellen dort ab, wo sie entstehen.
Bei der obstruktiven Form ist die Spermienbildung im Hoden intakt, der Transportweg jedoch unterbrochen. Ursachen können eine Vasektomie, angeborene Veränderungen der Samenwege, Narben nach Entzündungen oder Operationen im Leistenbereich sein. In diesen Fällen lassen sich in der Regel gut verwertbare Samenzellen gewinnen.
Hier ist die Spermienbildung selbst beeinträchtigt – etwa hormonell bedingt, nach einer Chemo- oder Strahlentherapie, bei nicht oder erst spät behandeltem Hodenhochstand oder aufgrund genetischer Besonderheiten wie einem veränderten Chromosomensatz oder Mikrodeletionen am Y-Chromosom. Auch dann finden sich häufig noch einzelne Bezirke im Hoden mit aktiver Samenzellreifung. Ob und in welchem Ausmaß das der Fall ist, lässt sich verlässlich erst durch die Gewebeentnahme selbst beurteilen.
Ob der Eingriff für Sie sinnvoll ist, entscheiden wir immer gemeinsam mit Ihnen und auf Basis Ihrer vollständigen Befunde.
Wenn eine Sterilisation vorliegt und eine Rückoperation nicht gewünscht oder nicht erfolgversprechend ist, lassen sich Samenzellen direkt aus Hoden oder Nebenhoden gewinnen.
Bei angeborenen Veränderungen oder Narben nach Entzündungen und Operationen ist die Spermienbildung meist normal – nur der Weg nach außen fehlt.
Bei nicht-obstruktiver Azoospermie werden gezielt mehrere Gewebeproben entnommen, um Bereiche mit aktiver Samenzellreifung zu finden.
Lässt sich kein Ejakulat gewinnen, kann Hodengewebe vor Beginn einer Chemo- oder Strahlentherapie entnommen und eingefroren werden.
Vor dem Eingriff steht eine sorgfältige Diagnostik: wiederholte Spermiogramme, eine Hormonbestimmung (unter anderem FSH, LH und Testosteron), eine körperliche Untersuchung und eine Ultraschalluntersuchung der Hoden. Dazu kommen die üblichen Infektionsserologien, wie sie vor jeder Kinderwunschbehandlung erforderlich sind.
Diese Befunde helfen uns einzuschätzen, ob eher eine obstruktive oder eine nicht-obstruktive Azoospermie vorliegt – und damit, welches Verfahren und welcher Umfang der Gewebeentnahme sinnvoll ist.
Bei einer stark eingeschränkten oder fehlenden Spermienbildung empfehlen wir eine humangenetische Beratung. Manche Formen der Azoospermie sind genetisch bedingt, und das Ergebnis kann sowohl die Erfolgsaussichten des Eingriffs als auch die Beratung zu einer späteren Schwangerschaft beeinflussen.
Das Wunschbaby Institut Feichtinger verfügt über ein eigenes Genetiklabor am Standort. Befunde bleiben damit im Haus, Wege verkürzen sich und Sie erhalten Ihre Ergebnisse mit persönlicher Einordnung – nicht als anonymen Laborzettel.
Der Eingriff selbst ist nur ein Baustein. Entscheidend ist, dass Labor, Kryokonservierung und der Behandlungszyklus der Partnerin gut aufeinander abgestimmt sind.
Wir sichten Ihre Befunde, besprechen Diagnose und realistische Erwartungen und klären, welches Verfahren – PESA, TESA oder offene Hodenbiopsie (TESE) – in Ihrer Situation am sinnvollsten ist.
Es folgen die ergänzenden Untersuchungen sowie das ärztliche Aufklärungsgespräch zum Eingriff, zu möglichen Risiken und zu den Alternativen. Auch der Behandlungsweg Ihrer Partnerin wird jetzt geplant.
Die Gewebeentnahme erfolgt ambulant in einer kurzen Narkose oder in örtlicher Betäubung. Es werden nur kleine Gewebeproben entnommen; die Wunde wird mit selbstauflösendem Nahtmaterial verschlossen.
Unsere Embryolog:innen zerkleinern das Gewebe und suchen unter dem Mikroskop systematisch nach Samenzellen und deren Vorläuferzellen. Das Ergebnis erfahren Sie zeitnah.
Gefundene Samenzellen werden – soweit die Menge es erlaubt – in mehreren Portionen eingefroren. So sind für spätere Behandlungszyklen keine weiteren Eingriffe nötig.
Im Behandlungszyklus der Partnerin wird jede Eizelle mit einer einzelnen Samenzelle direkt injiziert. Nur die ICSI-Methode kommt mit wenigen und häufig unbeweglichen Spermien zuverlässig zurecht.
Die Hodenpunktion ist ein kleiner, aber echter operativer Eingriff. In den ersten Tagen sind ein Spannungsgefühl, eine leichte Schwellung und Druckempfindlichkeit normal. Kühlung, eine gut stützende Unterwäsche und körperliche Schonung – kein Sport, keine schwere körperliche Arbeit, kein Sauna- oder Badbesuch – helfen in der Heilungsphase. Zu den möglichen, insgesamt seltenen Komplikationen zählen Nachblutung, Blutergüsse und Infektionen; darüber klären wir Sie vor dem Eingriff persönlich und ausführlich auf.
Ob Samenzellen gefunden werden, lässt sich vorab nicht garantieren – und wir versprechen Ihnen hier keine Zahlen. Bei obstruktiver Azoospermie sind die Aussichten grundsätzlich günstiger als bei nicht-obstruktiver. Werden Samenzellen gefunden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie sich nach dem Auftauen für eine ICSI verwenden lassen.
Lassen sich keine verwertbaren Samenzellen gewinnen, endet Ihr Weg nicht hier. Wir besprechen dann ruhig und ohne Zeitdruck die weiteren Möglichkeiten – dazu gehört auch die Samenspende über unsere Samenbank.
Die medizinisch unterstützte Fortpflanzung ist in Österreich im Fortpflanzungsmedizingesetz geregelt. Für Paare, bei denen eine Hodenpunktion geplant ist, sind vor allem diese Punkte relevant:
Stand: 2026. Gesetzliche Vorgaben und Details der Umsetzung ändern sich – im Beratungsgespräch klären wir gemeinsam, was für Ihre Situation konkret gilt. Einen Überblick finden Sie auch auf unserer Seite zu den rechtlichen Grundlagen.
Wir sind seit 1982/83 Pionier der Reproduktionsmedizin in Österreich und haben die Technik der Kryokonservierung 1991 mitentwickelt. Eingriff, Laboraufarbeitung, Einfrieren und Lagerung erfolgen am Standort – mit eigenem Genetiklabor und eigener Samenbank. Über 30.000 Kinder sind mit unserer Begleitung zur Welt gekommen.
Bei der PESA (perkutane epididymale Samenaspiration) wird mit einer feinen Nadel Flüssigkeit aus dem Nebenhoden abgesaugt – das ist besonders bei Verschlüssen der Samenwege sinnvoll. Bei der TESA wird Gewebe aus dem Hoden aspiriert. Die TESE ist die offene Hodenbiopsie: Über einen kleinen Schnitt werden gezielt Gewebeproben entnommen, gegebenenfalls an mehreren Stellen. Welches Verfahren wir wählen, hängt von der Ursache Ihrer Azoospermie ab und wird vorher gemeinsam mit Ihnen festgelegt.
Der Eingriff selbst erfolgt in einer kurzen Narkose oder in örtlicher Betäubung und ist damit schmerzfrei. In den Tagen danach sind ein Spannungsgefühl und Druckempfindlichkeit üblich und mit den üblichen Schmerzmitteln gut beherrschbar. Kühlung, stützende Unterwäsche und Schonung helfen zusätzlich.
Die meisten Männer können nach wenigen Tagen wieder ihrer normalen Tätigkeit nachgehen. Auf Sport, schwere körperliche Arbeit, Sauna und Vollbäder sollten Sie etwas länger verzichten. Wir geben Ihnen dazu individuelle Empfehlungen und eine Kontaktmöglichkeit, falls Fragen auftauchen.
In der Regel nicht. Werden ausreichend Samenzellen gefunden, frieren wir sie in mehreren Portionen ein. Für spätere Behandlungszyklen – auch für ein Geschwisterkind – wird dann nur eine Portion aufgetaut. Nach dem Fortpflanzungsmedizingesetz ist eine Lagerung bis auf Widerruf, höchstens jedoch zehn Jahre, möglich (Stand: 2026).
Nein. Aus Hodengewebe gewonnene Samenzellen sind meist wenige und häufig unbeweglich, weil ihnen der Reifungsweg durch den Nebenhoden fehlt. Deshalb ist ausschließlich die ICSI möglich, bei der eine einzelne Samenzelle direkt in die Eizelle injiziert wird. Die klassische IVF, bei der Ei- und Samenzellen zusammengebracht werden, ist in diesem Fall nicht geeignet.
Es werden nur kleine Gewebemengen entnommen. Die Potenz wird durch den Eingriff nicht beeinträchtigt. Bei mehrfachen oder ausgedehnten Biopsien, vor allem bei bereits eingeschränkter Hodenfunktion, ist eine Auswirkung auf den Testosteronspiegel möglich – wir wägen den Umfang der Entnahme deshalb immer sorgfältig ab und besprechen das mit Ihnen im Vorfeld.
Dann nehmen wir uns Zeit für ein ausführliches Gespräch. Je nach Befund kann ein erneuter Versuch mit anderer Technik sinnvoll sein. Alternativ steht die Behandlung mit Spendersamen offen – dafür haben wir eine eigene Samenbank am Standort und kooperieren mit renommierten europäischen Banken. Diese Entscheidung braucht Zeit, und die geben wir Ihnen.
Ja. Wenn kein Ejakulat gewonnen werden kann, ist die Entnahme und Kryokonservierung von Hodengewebe eine Möglichkeit des Fertilitätserhalts vor Chemo- oder Strahlentherapie. Gerade hier zählt jeder Tag: Melden Sie sich bitte rasch, wir richten kurzfristige Termine ein. Mehr dazu auf unserer Seite Kinderwunsch und Krebs.
Wir beraten Sie gerne persönlich zu Ihren Möglichkeiten.
Oder rufen Sie uns an: +43 1 877 77 75
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