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Eileiter-Durchgängigkeit prüfen.

Die Eileiter sind der Weg, auf dem Eizelle und Samenzelle zueinanderfinden. Sind sie verklebt oder verschlossen, bleibt eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg oft aus – ganz ohne spürbare Beschwerden. Hier erfahren Sie, wie sich die Durchgängigkeit der Eileiter prüfen lässt und welche Wege es gibt, wenn sie verschlossen sind.

Im Video erklärt

Verschlossene Eileiter – was bedeutet das?

Priv.-Doz. DDr. Michael Feichtinger erklärt, warum durchgängige Eileiter für eine natürliche Schwangerschaft so wichtig sind, wie es zu einem Verschluss kommt – und warum viele Frauen davon nichts bemerken. Einen Überblick über alle häufigen Gründe für unerfüllten Kinderwunsch finden Sie auf unserer Seite Ursachen.

Grundlagen

Warum durchgängige Eileiter so wichtig sind.

Nach dem Eisprung fängt der Eileiter die Eizelle auf – hier findet die Befruchtung statt, und von hier wandert die befruchtete Eizelle weiter in die Gebärmutter, um sich einzunisten. Ein Verschluss der Eileiter führt dazu, dass diese Verbindung zwischen Eierstock und Gebärmutter dauerhaft unterbrochen ist: Es können keine Samenzellen zur Eizelle gelangen, und befruchtete Eizellen erreichen die Gebärmutter nicht.

Es gibt mehrere Gründe, warum Eileiter verklebt oder verschlossen sein können. Oftmals sind unbemerkte Entzündungen (z. B. durch Chlamydien) in der Vergangenheit die Ursache, aber auch eine Endometriose, Verwachsungen nach Operationen im Bauchraum und angeborene Fehlbildungen können zu einem Eileiterverschluss führen.

Das Tückische daran: Eine Frau bemerkt nicht, ob ihre Eileiter durchgängig sind oder nicht, denn ein Verschluss verursacht weder Schmerzen noch sonstige Symptome. Auch im normalen gynäkologischen Ultraschall sind verschlossene Eileiter nicht sichtbar – es braucht dafür eine gezielte Untersuchung.

Wann abklären?

Wann eine Überprüfung der Eileiter sinnvoll ist.

Die Überprüfung der Eileiter-Durchgängigkeit gehört zu den Standardbausteinen der Kinderwunschabklärung – gemeinsam mit dem Hormonstatus, der Bestimmung der Eizellreserve (AMH) und dem Spermiogramm des Partners. Besonders sinnvoll ist die Abklärung, wenn eine Schwangerschaft trotz regelmäßigem Zyklus und gutem Timing auf sich warten lässt, wenn Unterleibsentzündungen oder eine Chlamydien-Infektion bekannt sind, nach Operationen im Bauchraum, bei Endometriose – oder nach einer früheren Eileiterschwangerschaft.

Als allgemeine Orientierung gilt: Wenn Sie unter 35 sind und seit einem Jahr vergeblich versuchen, schwanger zu werden – ab 35 bereits nach sechs Monaten –, ist der richtige Zeitpunkt für eine vollständige Abklärung gekommen.

Untersuchungsmethoden

So lässt sich die Eileiter-Durchgängigkeit prüfen.

Drei etablierte Verfahren stehen zur Verfügung – von der sanften Ultraschalluntersuchung bis zur operativen Abklärung. Welche Methode für Sie passt, besprechen wir individuell.

Am WIF

HyCoSy – Ultraschall mit Kontrastmittel

Bei der Hysterosalpingo-Kontrastsonographie (HyCoSy, auch HYCOSY) wird über einen dünnen Katheter eine im Ultraschall sichtbare Flüssigkeit durch die Eileiter gespült. Fließt sie ungehindert ab, sind die Eileiter durchgängig. Die Untersuchung kommt ohne Röntgenstrahlung aus, dauert nur wenige Minuten und ist bei den meisten Frauen völlig schmerzfrei – das Ergebnis sehen Sie unmittelbar am Ultraschallbild.

HSG – Röntgen-Untersuchung

Die Hysterosalpingographie (HSG-Untersuchung) ist das klassische Röntgenverfahren: Ein Röntgenkontrastmittel wird in die Gebärmutter eingebracht, anschließend zeigen Röntgenaufnahmen, ob das Kontrastmittel durch die Eileiter fließt. Die HSG bildet dabei auch die Gebärmutterhöhle mit ab, arbeitet jedoch mit Röntgenstrahlung – in der modernen Kinderwunschabklärung wird daher häufig die Ultraschall-basierte HyCoSy bevorzugt.

Bauchspiegelung – operative Abklärung

Bei der Laparoskopie (Bauchspiegelung) wird unter Narkose über kleine Schnitte eine Kamera in den Bauchraum eingeführt, während ein Farbstoff durch die Eileiter gespült wird (Chromopertubation). Der Vorteil: Verwachsungen oder Endometrioseherde können in derselben Operation direkt behandelt werden. Als operativer Eingriff bleibt die Bauchspiegelung jedoch meist Situationen vorbehalten, in denen es konkrete Verdachtsmomente gibt.

Ablauf am WIF

Die HyCoSy bei uns im Institut.

Sie können die Überprüfung Ihrer Eileiter-Durchgängigkeit mittels HyCoSy gerne bei uns im Institut durchführen lassen – wir benötigen hierfür aktuelle vaginale Infektionsabstriche. Die Untersuchung wird üblicherweise in der ersten Zyklushälfte durchgeführt, also nach dem Ende der Regelblutung und vor dem Eisprung.

Ein angenehmer Nebeneffekt: Durch das Durchspülen der Eileiter ist die Fruchtbarkeit dank einem gewissen „Durchputzeffekt“ in den ersten Monaten nach der Untersuchung sogar etwas erhöht. Die HyCoSy ist zudem ein Baustein unseres Ferticheck Female, mit dem wir Ihre Fruchtbarkeit umfassend bestimmen können.

Ihre Optionen

Eileiter verschlossen: Welche Wege es jetzt gibt.

Die Diagnose „verschlossene Eileiter“ ist kein Ende des Kinderwunsches – sie zeigt nur, dass der natürliche Weg blockiert ist. In manchen Fällen kann eine operative Behandlung von Verwachsungen erwogen werden; ob das sinnvoll ist, hängt vom Befund, Ihrem Alter und Ihrer Gesamtsituation ab.

Der effizienteste Weg ist in den meisten Fällen die künstliche Befruchtung: Bei der IVF werden Eizellen direkt aus dem Eierstock entnommen, im Labor befruchtet und der Embryo anschließend in die Gebärmutter übertragen. Die Eileiter werden dabei vollständig umgangen – ein Eileiterverschluss war historisch sogar der Ausgangspunkt, für den die IVF entwickelt wurde.

Gut zu wissen: Die tubare Sterilität – also beidseitig verschlossene, entfernte oder funktionsunfähige Eileiter (Eileiterunterbindung nicht inkludiert) – ist eine medizinisch gesicherte Indikation des österreichischen IVF-Fonds. Der Fonds übernimmt bei Erfüllung der Voraussetzungen einen erheblichen Teil der Behandlungskosten; die Diagnose muss dafür von einem Facharzt mittels bildgebender Verfahren oder OP-Bericht dokumentiert sein. Alle Details finden Sie auf unserer Seite Kosten & IVF-Fonds.

Verschlossene Eileiter sind nur eine von vielen möglichen Ursachen

Einen Überblick über alle häufigen Gründe für unerfüllten Kinderwunsch – von der weiblichen Fruchtbarkeit über den Hormonstatus bis zur männlichen Unfruchtbarkeit – finden Sie auf unserer Ursachen-Seite.

Alle Ursachen im Überblick
Häufige Fragen

Eileiter-Durchgängigkeit: Ihre Fragen.

Woran merke ich, dass meine Eileiter verklebt sind?

Leider gar nicht: Verklebte oder verschlossene Eileiter verursachen weder Schmerzen noch andere Symptome und sind auch im normalen gynäkologischen Ultraschall nicht sichtbar. Oft fällt ein Verschluss erst auf, wenn eine Schwangerschaft trotz regelmäßigem Zyklus ausbleibt. Klarheit bringt nur eine gezielte Untersuchung wie die HyCoSy.

Wie kann ich meine Eileiter-Durchgängigkeit prüfen lassen?

Am schonendsten mit der HyCoSy: Dabei wird eine im Ultraschall sichtbare Flüssigkeit über einen dünnen Katheter durch die Eileiter gespült – ganz ohne Röntgenstrahlung. Alternativen sind die HSG-Untersuchung (Röntgenverfahren) und die Bauchspiegelung als operative Abklärung. Die HyCoSy können Sie nach Terminvereinbarung direkt bei uns im Institut durchführen lassen.

Ist die Untersuchung der Eileiter schmerzhaft?

Die HyCoSy ist bei den meisten Frauen völlig schmerzfrei – manche empfinden ein kurzes, mensartiges Ziehen. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten, und das Ergebnis sehen Sie unmittelbar am Ultraschallbild.

Was ist der Unterschied zwischen HyCoSy und HSG-Untersuchung?

Beide Verfahren prüfen, ob ein Kontrastmittel ungehindert durch die Eileiter fließt. Die HyCoSy nutzt dafür Ultraschall und kommt ohne Röntgenstrahlung aus, die klassische HSG (Hysterosalpingographie) arbeitet mit Röntgenaufnahmen und Röntgenkontrastmittel. In der modernen Kinderwunschabklärung wird deshalb häufig die HyCoSy bevorzugt.

Wann im Zyklus wird die Eileiter-Untersuchung durchgeführt?

Üblicherweise in der ersten Zyklushälfte – also nach dem Ende der Regelblutung und vor dem Eisprung. So ist sichergestellt, dass keine frühe Schwangerschaft besteht. Für die Untersuchung bei uns benötigen wir außerdem aktuelle vaginale Infektionsabstriche.

Kann ich mit nur einem durchgängigen Eileiter schwanger werden?

Ja, das ist grundsätzlich möglich – ein durchgängiger Eileiter kann die Eizelle auffangen und die Befruchtung ermöglichen. Wie gut die Chancen stehen, hängt von Ihrer Gesamtsituation ab und wird gemeinsam mit den übrigen Befunden – etwa Hormonstatus und Spermiogramm – beurteilt.

Was passiert, wenn beide Eileiter verschlossen sind?

Dann ist der natürliche Weg blockiert – nicht aber der Weg zum Wunschkind. Bei der IVF werden die Eileiter vollständig umgangen: Die Eizellen werden direkt entnommen, im Labor befruchtet und der Embryo in die Gebärmutter übertragen. Die tubare Sterilität ist zudem eine anerkannte Indikation des österreichischen IVF-Fonds, der einen erheblichen Teil der Kosten übernehmen kann.

Können verklebte Eileiter wieder geöffnet werden?

In manchen Fällen können Verwachsungen im Rahmen einer Bauchspiegelung gelöst werden – ob das erfolgversprechend ist, hängt von Ausmaß und Lage des Verschlusses ab. Steht der Kinderwunsch im Vordergrund, ist die IVF häufig der direktere Weg. Was in Ihrer Situation sinnvoll ist, besprechen wir offen bei einer Erstberatung.

Ihr nächster Schritt

Wir erfüllen Ihren Kinderwunsch!

Eine kurze, sanfte Untersuchung genügt, um Klarheit über Ihre Eileiter zu gewinnen – wir begleiten Sie dabei.

Oder rufen Sie uns an: +43 1 877 77 75

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