Assisted Hatching · Wunschbaby Institut Feichtinger Wien
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Schlüpfhilfe – Assisted Hatching.

Damit sich ein Embryo in der Gebärmutterschleimhaut einnisten kann, muss er zuvor seine Eihülle verlassen. Ist diese Hülle verhärtet, kann eine laserunterstützte Schlüpfhilfe die Chancen auf eine Schwangerschaft verbessern.

Die Grundlagen

Was ist das „Embryo-Hatching“?

Die Eizelle bzw. der frühe Embryo sind von der ca. 0,1 µm (1/100 mm) dicken Zona pellucida (eiweißhaltige Hülle) umgeben. Das sogenannte „Embryo-Hatching“, bei dem der Embryo diese Hülle verlässt, ist eine wichtige Voraussetzung, um sich in der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) einnisten zu können.

Gut zu wissen

Wann die Schlüpfhilfe hilft – und wie der Laser arbeitet.

Wann die Eihülle verhärtet sein kann

Altersabhängig bzw. bei verschiedenen Erkrankungen (z. B. Endometriose) sowie bei kryokonservierten Embryonen kann diese Eihülle verhärtet sein – und somit trotz möglicherweise guter Embryoqualität keine Schwangerschaft eintreten.

Die Laser-Schlüpfhilfe

Nach unterschiedlichen Techniken zur „Schlüpfhilfe“ (z. B. chemisch mittels Säureätzung oder mechanisch) wird heute der Laser verwendet, der gut reproduzierbare Ergebnisse bringt. Damit wird nichtinvasiv, berührungs- und somit auch kontaminationslos sowie ungefährlich für die genetische Information des Embryos ein Laserpuls unter dem Mikroskop an die gewünschte Stelle der Eihülle gesetzt und diese „eingeritzt“. Das soll zu einer besseren „Haftung“ an der Gebärmutterschleimhaut führen und damit die Schwangerschaftsrate erhöhen.

Für wen geeignet

Wann wir ein Assisted Hatching vorschlagen.

Die Schlüpfhilfe ist ein gezielter Zusatzschritt im Labor – wir setzen sie dort ein, wo die Eihülle als mögliches Hindernis erkennbar ist, und nicht bei jedem Transfer.

Typische Ausgangssituationen

Wir ziehen ein Assisted Hatching vor allem dann in Betracht, wenn

  • die Zona pellucida unter dem Mikroskop auffällig dick oder verändert erscheint,
  • eingefrorene und wieder aufgetaute Embryonen übertragen werden, da das Einfrieren und Auftauen die Hülle verändern kann,
  • das Alter der Frau fortgeschritten ist,
  • Grunderkrankungen wie Endometriose vorliegen,
  • Embryonen von guter Beurteilung übertragen wurden, es aber wiederholt nicht zu einer Einnistung gekommen ist.

Die Entscheidung fällt immer im Labor am konkreten Embryo – und nicht pauschal im Vorhinein.

Was den Ausschlag gibt

Grundlage ist die Beobachtung der Embryonen über mehrere Tage: Zellteilungsrate, Regelmäßigkeit der Teilung, das Erscheinungsbild der Hülle. Bei einem Transfer im Blastozystenstadium ist das Schlüpfen unmittelbar bevorstehend – hier lässt sich besonders gut beurteilen, ob der Embryo Anzeichen zeigt, dass ihm das Verlassen der Hülle schwerfällt. Unsere Embryolog:innen bewerten das gemeinsam mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin und besprechen mit Ihnen, warum die Schlüpfhilfe in Ihrem Fall sinnvoll erscheint.

Der Ablauf

Assisted Hatching Schritt für Schritt.

Für Sie als Patientin ändert sich nichts am Behandlungsablauf: Die Schlüpfhilfe geschieht im Labor, kurz vor dem Embryotransfer.

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Embryonenkultur und Beurteilung

Nach der Befruchtung – im Rahmen einer IVF oder ICSI – werden die Embryonen in unserem Labor im Brutschrank kultiviert und täglich beurteilt. Dabei wird nicht nur die Entwicklung des Embryos dokumentiert, sondern auch das Erscheinungsbild seiner Hülle.

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Die Entscheidung

Zeigt sich die Zona pellucida verdickt oder verhärtet, oder liegt eine der typischen Ausgangssituationen vor – etwa ein Transfer aufgetauter Embryonen –, entscheiden Embryolog:in und behandelnde Ärzt:in gemeinsam, ob eine Schlüpfhilfe sinnvoll ist. Sie werden darüber informiert, bevor der Schritt gesetzt wird.

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Der Laserpuls

Unter dem Mikroskop wird ein exakt dosierter Laserpuls an eine gezielt gewählte Stelle der Eihülle gesetzt. Die Hülle wird dabei eingeritzt beziehungsweise ausgedünnt. Der Vorgang erfolgt berührungslos, ohne Kontakt zum Embryo und ohne Zusatz chemischer Substanzen – deshalb gilt der Laser heute gegenüber älteren Techniken wie Säureätzung oder mechanischer Öffnung als das besser steuerbare Verfahren. Er dauert nur Sekundenbruchteile.

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Der Embryotransfer

Unmittelbar danach werden die ausgewählten Embryonen wie üblich mit einem dünnen, flexiblen Katheter unter Ultraschallsicht in die Gebärmutter eingebracht. Das Einbringen dauert nur wenige Minuten und verläuft im Allgemeinen schmerzlos; anschließend empfehlen wir eine kurze Ruhephase in unseren Ruheräumen.

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Einnistungsphase

In der zweiten Zyklushälfte wird die Gelbkörperhormonproduktion medikamentös unterstützt, damit die Gebärmutterschleimhaut optimal auf die Einnistung vorbereitet ist. Rund zwei Wochen nach der Befruchtung lässt sich eine Schwangerschaft über den Nachweis des Hormons hCG im Blut oder Harn feststellen.

Einordnung

Vorteile – und was die Schlüpfhilfe nicht leisten kann.

Wir halten es für einen Teil guter Beratung, Zusatzverfahren realistisch einzuordnen.

Was für das Assisted Hatching spricht

Die Methode setzt genau an einem Punkt an, der sonst unbeachtet bleibt: an der mechanischen Hürde zwischen einem gut entwickelten Embryo und der Gebärmutterschleimhaut. Sie ist für Sie ohne jede Belastung – keine zusätzlichen Medikamente, keine zusätzlichen Termine, keine Verlängerung der Behandlung. Der Laser arbeitet berührungslos und ohne chemische Zusätze, das Ergebnis ist gut reproduzierbar. Und sie lässt sich mit allen üblichen Behandlungsformen kombinieren, auch mit dem Transfer aufgetauter Embryonen.

Wo die Grenzen liegen

Die Schlüpfhilfe erleichtert das Verlassen der Eihülle – sie verbessert nicht die Qualität des Embryos und nicht die Aufnahmebereitschaft der Gebärmutterschleimhaut. Liegt die Ursache für eine ausbleibende Einnistung an anderer Stelle, kann sie daran nichts ändern.

Sie ist deshalb auch kein Verfahren, das bei jeder Behandlung einen Vorteil bringt. Für den Nutzen in bestimmten Situationen gibt es Hinweise, für den Einzelfall aber keine Garantie. Wir setzen die Schlüpfhilfe dort ein, wo eine nachvollziehbare Begründung besteht – und sprechen mit Ihnen offen darüber, wenn andere Faktoren im Vordergrund stehen. Alle Behandlungsschritte im Überblick finden Sie unter Kinderwunsch-Behandlungen.

Kombinationen

Wie das Assisted Hatching mit anderen Methoden zusammenspielt.

IVF und ICSI

Die Schlüpfhilfe ist bei beiden Befruchtungsmethoden möglich, denn sie betrifft nicht die Befruchtung, sondern den Embryo davor und den Transfer danach. Sie ist als Schritt 6 fester Bestandteil des Ablaufs, den wir für IVF und ICSI beschreiben – eingesetzt wird sie dann, wenn sie indiziert ist.

Kryotransfer

Besonders naheliegend ist die Schlüpfhilfe beim Transfer eingefrorener und wieder aufgetauter Embryonen: Einfrieren und Auftauen können die Eihülle verändern. Wenn bei einer Behandlung mehr gut beurteilte Embryonen entstehen als übertragen werden, lassen sich diese kryokonservieren und später verwenden.

Bessere Spermienauswahl

Ein guter Embryo beginnt bei einem guten Spermium. Mit PICSI und dem Fertile Chip© („Chipsi“) stehen zwei Verfahren zur Verfügung, um vitale Spermien mit möglichst intakter DNA für die Befruchtung auszuwählen.

Warum das WIF

Erfahrung entscheidet, nicht das Gerät

Ein Laser ist ein Werkzeug – entscheidend ist, wer ihn einsetzt und wann. Das Wunschbaby Institut Feichtinger ist seit 1982/83 Pionier der Fortpflanzungsmedizin in Österreich: Hier kam das erste österreichische IVF-Baby zur Welt, 1993 wurde die ICSI durch das WIF in Österreich eingeführt, und über 30.000 Geburten sind aus Behandlungen bei uns hervorgegangen.

Diese Erfahrung zeigt sich vor allem in der Beurteilung: Unsere Embryolog:innen sehen täglich Embryonen und Eihüllen und können einschätzen, wann eine Schlüpfhilfe wirklich weiterhilft. Mit eigenem Genetik- und Hormonlabor im Haus führen wir Diagnostik, Labor und Behandlung zusammen – 360 Grad unter einem Dach, an unseren Standorten in Wien, Baden und St. Pölten. Und weil es um mehr geht als um Technik, nehmen wir uns die Zeit, jeden Schritt mit Ihnen zu besprechen: We are family.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Assisted Hatching.

Was ist Assisted Hatching in einem Satz?

Assisted Hatching ist eine „Schlüpfhilfe“: Die feste Hülle des Embryos (Zona pellucida) wird im Labor mit einem gezielten Laserpuls eingeritzt oder ausgedünnt, damit der Embryo sie leichter verlassen und sich in der Gebärmutterschleimhaut einnisten kann.

Ist der Laser für den Embryo gefährlich?

Der Laserpuls wird berührungslos und exakt dosiert an eine gewählte Stelle der Hülle gesetzt – ohne Kontakt zum Embryo selbst und ohne chemische Zusätze. Gegenüber älteren Verfahren wie der Säureätzung oder dem mechanischen Öffnen gilt er als das besser steuerbare und gut reproduzierbare Verfahren. Die genetische Information des Embryos wird dabei nicht berührt.

Spüre ich als Patientin etwas vom Assisted Hatching?

Nein. Der Schritt findet ausschließlich im Labor statt, unmittelbar vor dem Embryotransfer. Es sind dafür keine zusätzlichen Medikamente, keine weiteren Eingriffe und keine zusätzlichen Termine nötig, und die Behandlung dauert dadurch nicht länger.

Wird die Schlüpfhilfe bei jeder IVF oder ICSI gemacht?

Nein. Wir setzen sie gezielt ein – etwa bei auffällig dicker oder verhärteter Eihülle, beim Transfer aufgetauter Embryonen, bei fortgeschrittenem Alter der Frau, bei Endometriose oder wenn es trotz gut beurteilter Embryonen wiederholt nicht zu einer Einnistung gekommen ist. Die Entscheidung fällt am konkreten Embryo und wird mit Ihnen besprochen.

Erhöht Assisted Hatching die Chance auf eine Schwangerschaft?

Das Ziel ist, dem Embryo das Schlüpfen zu erleichtern und damit die Einnistung zu ermöglichen. Wo die Eihülle tatsächlich das Hindernis war, kann das den Unterschied machen. Eine Garantie für den Einzelfall gibt es nicht: Ob eine Schwangerschaft entsteht, hängt zusätzlich von Embryoqualität, Gebärmutterschleimhaut und weiteren Faktoren ab.

Worin unterscheidet sich Assisted Hatching von PICSI oder dem Fertile Chip©?

Die Verfahren greifen an völlig unterschiedlichen Punkten an. PICSI und der Fertile Chip© betreffen die Auswahl der Spermien vor der Befruchtung. Das Assisted Hatching betrifft den Embryo nach der Befruchtung, unmittelbar vor dem Transfer. Sie schließen sich nicht aus, sondern können in derselben Behandlung eingesetzt werden.

Ist die Schlüpfhilfe auch bei eingefrorenen Embryonen möglich?

Ja – und dort ist sie besonders häufig ein Thema, weil das Einfrieren und Auftauen die Eihülle verändern kann. Vor einem Kryotransfer beurteilen unsere Embryolog:innen die aufgetauten Embryonen und entscheiden, ob eine Schlüpfhilfe sinnvoll erscheint.

Wie erfahre ich, ob Assisted Hatching für mich infrage kommt?

Am besten im persönlichen Gespräch: Wir sehen uns Ihre Vorgeschichte, den Verlauf früherer Behandlungen und die vorliegenden Befunde an. Sie können auch unverbindlich bei einem kostenlosen Infoabend mit uns ins Gespräch kommen, bevor Sie sich für etwas entscheiden.

Ihr nächster Schritt

Ist Assisted Hatching für Sie sinnvoll?

Im persönlichen Gespräch klären wir, ob die Schlüpfhilfe Ihre Behandlung sinnvoll ergänzt.

Oder rufen Sie uns an: +43 1 877 77 75

Erstberatung Infoabend