Männliche Unfruchtbarkeit · Wunschbaby Institut Feichtinger Wien
Start / Ursachen & Diagnostik / Männliche Unfruchtbarkeit

Männliche Unfruchtbarkeit.

Seit den 70er-Jahren sind Spermienqualität und -quantität um mehr als 50 % zurückgegangen. Dieser Rückgang ist – im Gegensatz zur Abnahme der weiblichen Fruchtbarkeit – altersunabhängig. Zugleich nimmt das durchschnittliche Alter bei der ersten Vaterschaft in der westlichen Welt rasant zu. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass bei etwa 70 % der Kinderwunschpaare ein reduzierter Samenbefund ein Faktor der ungewollten Kinderlosigkeit ist.

−50 %
Spermienqualität und -quantität seit den 70er-Jahren
70 %
der Kinderwunschpaare mit reduziertem Samenbefund als (Mit-)Faktor
3
Parameter misst das Spermiogramm: Zahl, Beweglichkeit, Form
Ursachen verstehen

Ursachen männlicher Unfruchtbarkeit: von Hormonen bis Varikozele.

Die häufigste Ursache männlicher Unfruchtbarkeit ist eine eingeschränkte Spermienproduktion im Hoden. Sie kann hormonelle Gründe haben, genetisch bedingt sein oder die Folge eines Hodenhochstands in der Kindheit, einer Varikozele (Krampfader am Hoden), von Infektionen wie Mumps nach der Pubertät oder von Umwelteinflüssen sein. Auch fieberhafte Erkrankungen, bestimmte Medikamente, anabole Steroide sowie regelmäßige starke Hitzeeinwirkung können die Samenproduktion vorübergehend oder dauerhaft beeinträchtigen.

Daneben gibt es Störungen des Spermientransports: Die Samenwege können nach Entzündungen oder einer Vasektomie verschlossen sein – die Spermienproduktion selbst ist dabei oft völlig intakt. Seltener liegen Erektions- oder Ejakulationsstörungen vor. Bei stark eingeschränkten Befunden empfehlen wir zusätzlich eine genetische Abklärung in unserem eigenen Genetiklabor, der WIF Genetik, denn auch Chromosomenveränderungen oder kleine Verluste am Y-Chromosom können die Spermienbildung beeinflussen.

Diagnostik

Das Spermiogramm: Klarheit in drei Werten.

Für die Beurteilung der Samenqualität wird ein sogenanntes Spermiogramm durchgeführt. Dieses misst drei unterschiedliche Parameter: die Spermienzahl, die Spermienbeweglichkeit und die Zahl der normal geformten Spermien. Jeder dieser Parameter kann sich unabhängig auf die Kinderlosigkeit auswirken.

Je nach Samenbefund

Die Therapiemöglichkeiten im Überblick.

Je nach Samenbefund gibt es unterschiedliche Therapiemöglichkeiten – von der sanften Unterstützung bis zur gezielten Auswahl einzelner Spermien.

1

Insemination

Bei leicht reduzierten Spermiogrammen kann durch die Insemination den Spermien über den Gebärmutterhals „geholfen“ werden, sodass sie nur noch über die Eileiter zur Eizelle schwimmen müssen.

2

IVF

Bei der IVF wird der Samen mit der Eizelle in eine Petrischale gebracht und die spontane Befruchtung der Eizelle abgewartet. Hierfür sind vor allem eine ausreichende Spermiendichte und Beweglichkeit notwendig.

3

ICSI

Bei geringer Dichte, Beweglichkeit oder besonders hoher Zahl fehlgeformter Spermien wird eine ICSI (Intracytoplasmatische Spermieninjektion) durchgeführt: Ein Spermium wird anhand seiner Beweglichkeit und seines Aussehens ausgewählt und direkt in die Eizelle eingebracht.

4

PICSI & CHIPSI

Um die natürliche Selektion zu imitieren, lässt der Biologe bei der PICSI (Physiologische ICSI) die Spermien an eine Hyaluronmembran binden – nur Spermien, die erfolgreich binden, werden verwendet. Bei der CHIPSI durchlaufen die Spermien einen Mikrochip; nur Samenzellen, die es in einer bestimmten Zeit durch den Chip schaffen, werden verwendet. Beide Methoden können kombiniert werden, CHIPSI eignet sich auch für die Insemination.

5

Hodenpunktion

Wenn gar keine Spermien in der Samenflüssigkeit gefunden werden oder eine Vasektomie vorausging, wird in einer kurzen Narkose schmerzlos mit einer dünnen Nadel Hodengewebe gewonnen. Werden ausreichend Samenzellen gefunden, kann überzähliges Material eingefroren werden.

Spermienqualität steigern: Der Lebenswandel zählt.

Gerade bei Männern kann eine Umstellung des Lebenswandels zu einer positiven Entwicklung des Samenbefundes beitragen. So kann eine Reduktion oder – noch besser – ein Aufgeben des Rauchens zu einer deutlichen Verbesserung des Samenbefundes in allen drei Kategorien beitragen. Auch eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten und das Zuführen von Spurenelementen und Vitaminen können zu einer Verbesserung beitragen.

Da die Neubildung der Spermien rund drei Monate dauert, zeigen sich Verbesserungen frühestens nach zwei bis drei Monaten – Geduld zahlt sich hier also aus. Günstig wirken außerdem regelmäßige Bewegung, ein normales Körpergewicht, wenig Alkohol und das Vermeiden übermäßiger Hitze, etwa durch sehr häufige Saunagänge. Wie Sie die Chancen auf eine natürliche Empfängnis zusätzlich erhöhen, lesen Sie in unserem Ratgeber Schwanger werden.

Abklärung am WIF

Diagnostik beim Mann: einfach, schnell, diskret.

Die Abklärung des Mannes ist unkompliziert: Am Anfang steht das Spermiogramm in unserem eigenen Labor, das nach den aktuellen Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgewertet wird. Ergänzend können ein Hormonstatus, eine urologische Untersuchung und bei Bedarf genetische Analysen sinnvoll sein. Weil Samenbefunde von Probe zu Probe schwanken können, wird ein auffälliges Ergebnis in der Regel nach einigen Wochen kontrolliert, bevor Therapieentscheidungen getroffen werden.

Steht die Diagnose, besprechen wir gemeinsam den passenden Weg – von der Insemination über die IVF bis zur ICSI. Wichtig zu wissen: Ein eingeschränkter Samenbefund ist heute nur noch selten ein unüberwindbares Hindernis. Beim ersten Termin – gerne im Rahmen einer Kinderwunsch-Erstberatung – nehmen wir uns Zeit für beide Partner, denn Kinderwunsch ist Teamsache.

Der erste Schritt: ein Spermiogramm

Die männliche Fruchtbarkeitsabklärung ist einfach und schnell – alles Wichtige dazu lesen Sie auf unserer Seite Ferticheck Male: das Spermiogramm. Einen Gesamtüberblick über die Gründe für unerfüllten Kinderwunsch bietet unsere Seite Ursachen.

Zum Spermiogramm
Häufige Fragen

Männliche Unfruchtbarkeit: Ihre Fragen.

Wie erkenne ich als Mann, ob ich unfruchtbar bin?

Männliche Unfruchtbarkeit verursacht in aller Regel keine Beschwerden – die meisten Männer fühlen sich völlig gesund. Verlässliche Auskunft gibt nur ein Spermiogramm: eine einfache, schnelle Laboruntersuchung, die Anzahl, Beweglichkeit und Form der Spermien bestimmt.

Wie läuft ein Spermiogramm ab?

Die Samenprobe wird nach einer Karenzzeit von etwa zwei bis sieben Tagen gewonnen – diskret in einem eigenen Raum bei uns im Institut. Unser Labor wertet die Probe nach den aktuellen WHO-Kriterien aus, und Sie besprechen das Ergebnis anschließend in Ruhe mit unserem Ärzteteam.

Kann sich die Spermienqualität wieder verbessern?

Ja, in vielen Fällen. Da die Spermienbildung rund drei Monate dauert, können sich Rauchstopp, gesündere Ernährung, Bewegung und das Vermeiden von Hitze nach zwei bis drei Monaten in einem besseren Befund niederschlagen. Ein auffälliges Spermiogramm sollte daher immer kontrolliert werden, bevor Therapieentscheidungen fallen.

Was passiert, wenn gar keine Spermien im Ejakulat gefunden werden?

Bei einer sogenannten Azoospermie werden im Ejakulat keine Samenzellen gefunden – das bedeutet aber nicht automatisch, dass keine Spermien gebildet werden. Über eine Hodenpunktion lassen sich in einer kurzen Narkose häufig Samenzellen direkt aus dem Hodengewebe gewinnen, die dann für eine ICSI verwendet werden können.

Welche Behandlung hilft bei stark eingeschränktem Samenbefund?

Bei stark reduzierten Befunden ist die ICSI die Methode der Wahl: Dabei wird ein einzelnes, sorgfältig ausgewähltes Spermium direkt in die Eizelle eingebracht. Mit Verfahren wie PICSI und CHIPSI kann die Auswahl des besten Spermiums zusätzlich verfeinert werden.

Spielt das Alter des Mannes eine Rolle?

Auch beim Mann verändert sich die Samenqualität mit dem Alter, allerdings deutlich langsamer und weniger ausgeprägt als die Fruchtbarkeit der Frau. Männer können grundsätzlich bis ins hohe Alter Kinder zeugen – dennoch lohnt sich bei länger unerfülltem Kinderwunsch die frühzeitige Abklärung beider Partner.

Können die Ursachen genetisch bedingt sein?

Ja. Chromosomenveränderungen oder kleine Verluste am Y-Chromosom können die Spermienbildung stark einschränken. Bei ausgeprägten Befunden empfehlen wir daher eine genetische Abklärung in unserem eigenen Genetiklabor – die Ergebnisse fließen direkt in Ihre Therapieplanung ein.

Ihr nächster Schritt

Wir erfüllen Ihren Kinderwunsch!

Für fast jeden Samenbefund gibt es heute eine passende Therapie – wir finden die richtige für Sie.

Oder rufen Sie uns an: +43 1 877 77 75

Erstberatung Infoabend