„Chipsi“ – Spermienselektion mit dem Fertile Chip©.
Als erstes Institut Österreichs und eines der ersten europaweit bieten wir am Wunschbaby Institut Feichtinger den neuen Fertile Chip© zur Auswahl der für die Befruchtung optimalen Spermien an.
Hilfe bei reduzierter Samenqualität
Diese Technologie imitiert durch ihre Mikrostruktur die natürliche Wanderung der Spermien zur Eizelle und ermöglicht so eine schonende Selektion vitaler Spermien von hoher genetischer und physiologischer Qualität. Die Technik kann sowohl im Rahmen einer künstlichen Befruchtung als auch bei der Insemination zur Spermienselektion verwendet werden.
Der Fertile Chip© ist dabei keine eigene Behandlung, sondern ein zusätzlicher Schritt im Labor. Für Sie ändert sich am Ablauf Ihrer Behandlung nichts – der Unterschied entsteht in dem Moment, in dem entschieden wird, welche Spermien für die Befruchtung verwendet werden.
Wie die Mikrochip-Technologie arbeitet.
Der Grundgedanke: Nicht wir suchen die Spermien aus – die Spermien selbst zeigen, wozu sie in der Lage sind.
Die Spermien gehen den Weg selbst
Im Inneren des Chips befinden sich feinste Kanäle. Die Samenprobe wird an einer Seite eingebracht; um auf die andere Seite zu gelangen, müssen die Spermien diese Mikrostruktur aus eigener Kraft durchwandern. Diese Wanderung entspricht in ihrem Prinzip dem Weg, den Spermien im Körper vom Gebärmutterhals bis zum Eileiter zurücklegen. Am Ende der Strecke sammeln sich jene Spermien, die dazu tatsächlich fähig waren – ausgewählt nicht nach dem Erscheinungsbild allein, sondern nach ihrer Funktion.
Schonend statt geschleudert
Bei der klassischen Samenaufbereitung wird die Probe zentrifugiert. Das ist etabliert und bewährt, bedeutet aber mechanische Belastung. Der Fertile Chip© kommt ohne diesen Schritt aus: Die Selektion erfolgt allein durch die Eigenbewegung der Spermien. Ziel ist es, dadurch Spermien mit möglichst intakter DNA und guter Beweglichkeit für die Befruchtung zu gewinnen – und die Belastung der Zellen während der Aufbereitung so gering wie möglich zu halten.
Fruchtbarkeit bei Männern um 50 % gesunken
Seit den 70er-Jahren ist die Spermienqualität und -quantität um mehr als 50 % zurückgegangen. Dieser Rückgang ist im Gegensatz zur Abnahme der weiblichen Fruchtbarkeit altersunabhängig. Ebenso nimmt das durchschnittliche Alter bei der ersten Vaterschaft seit den 70er-Jahren in der westlichen Welt rasant zu (siehe Medical Tribune, 16/18).
Diesem Phänomen wirkt DDr. Michael Feichtinger mit dem neuen Fertile Chip© entgegen.
Aufgrund des starken Einflusses des weiblichen Alters auf die Fortpflanzungsfähigkeit sind das männliche Alter und die Spermienqualität sehr lange vernachlässigt worden. Durch modernste Mikrochiptechnologien wie den Fertile Chip© können wir am WIF diesen männlichen Faktor wesentlich positiv beeinflussen.
Institutsleiter Wunschbaby Institut Feichtinger
Wann wir den Fertile Chip© in Betracht ziehen.
Wir setzen die Selektion gezielt ein – wenn der männliche Faktor eine Rolle spielt oder frühere Behandlungen dafür sprechen.
Typische Ausgangssituationen
Ein Gespräch über den Fertile Chip© ist besonders naheliegend, wenn
- das Spermiogramm eine reduzierte Beweglichkeit oder einen hohen Anteil fehlgebildeter Spermien zeigt,
- Hinweise auf eine erhöhte DNA-Fragmentierung der Spermien bestehen,
- der Mann ein fortgeschritteneres Alter hat oder Lebensstilfaktoren wie Nikotin lange eingewirkt haben,
- in vorangegangenen Zyklen auffällig wenige Eizellen befruchtet wurden oder sich die Embryonen zögerlich entwickelt haben,
- es zu wiederholten erfolglosen Behandlungen oder frühen Fehlgeburten gekommen ist,
- trotz umfassender Abklärung keine Ursache gefunden wurde.
Auch bei der Insemination möglich
Ein wesentlicher Unterschied zu anderen Selektionsverfahren: Der Fertile Chip© lässt sich nicht nur bei IVF und ICSI einsetzen, sondern auch bei der Insemination. Gerade dort, wo wir das Geschehen im Körper nicht weiter steuern können, kann die Qualität der eingebrachten Spermien besonders zählen.
Voraussetzung ist, dass genügend beweglicher Samen vorhanden ist, um die Mikrostruktur zu durchwandern. Bei sehr stark eingeschränkten Befunden – etwa wenn nur einzelne Spermien gefunden werden – ist dieses Prinzip nicht anwendbar; dann wählen unsere Embryolog:innen die Spermien direkt unter dem Mikroskop aus. Was in Ihrem Fall möglich ist, sagen wir Ihnen vorab.
Die Selektion mit dem Fertile Chip© Schritt für Schritt.
Die Selektion findet am Tag der Befruchtung im Labor statt und verlängert Ihre Behandlung nicht.
Samengewinnung
Die Samenprobe wird am Tag der Eizellentnahme beziehungsweise der Insemination abgegeben – üblicherweise nach zwei bis drei Tagen Karenz. In Ausnahmefällen ist es möglich, die Probe von zuhause mitzubringen; sie darf dabei nicht älter als zwei Stunden sein.
Die Probe kommt auf den Chip
Anstelle der klassischen Zentrifugation wird die Probe in den Fertile Chip© eingebracht. Dort steht ihr ein System feinster Kanäle offen – die Mikrostruktur, die dem natürlichen Weg der Spermien nachempfunden ist.
Die Spermien wandern
Nun übernehmen die Spermien selbst: Nur jene, die ausreichend vital und beweglich sind, gelangen durch die Kanäle bis zum Zielbereich. Diese Selbstselektion ist der Kern der Methode – es wird nichts geschleudert, gepresst oder chemisch behandelt.
Entnahme und Beurteilung
Aus dem Zielbereich werden die dort angekommenen Spermien entnommen und unter dem Mikroskop beurteilt. Für eine ICSI wählen unsere Embryolog:innen daraus jeweils ein einzelnes Spermium aus – die Vorauswahl durch den Chip engt das Feld auf die vielversprechendsten Kandidaten ein.
Befruchtung und weiterer Verlauf
Anschließend läuft die Behandlung unverändert weiter: Befruchtung im Labor, Beobachtung der Embryonalentwicklung, Embryotransfer – bei Bedarf ergänzt durch eine laserunterstützte Schlüpfhilfe (Assisted Hatching) – und die medikamentöse Unterstützung der Einnistungsphase. Bei einer Insemination werden die selektierten Spermien direkt in die Gebärmutter eingebracht.
Vorteile – und was der Chip nicht leisten kann.
Wir halten es für einen Teil guter Beratung, Zusatzverfahren realistisch einzuordnen.
Was für den Fertile Chip© spricht
Die Selektion ist schonend, weil sie ohne Zentrifugation und ohne chemische Zusätze arbeitet. Sie orientiert sich an einem körpereigenen Prinzip – der Wanderung der Spermien zur Eizelle – und wählt damit nach Funktion statt nach Aussehen aus. Für die Patientin bedeutet der Schritt keine zusätzliche Belastung: keine weiteren Medikamente, keine zusätzlichen Termine, keine Verlängerung der Behandlung. Und die Methode ist breit einsetzbar, von der Insemination bis zur ICSI.
Wo die Grenzen liegen
Der Chip verbessert die Auswahl – nicht die Spermien selbst. Ist die Samenqualität grundlegend stark eingeschränkt, bleibt das ein Faktor, den auch eine gute Selektion nicht aufhebt. Ebenso hat er keinen Einfluss auf die Eizellqualität, die vom Alter der Frau abhängt, und nicht auf die Einnistung in der Gebärmutter.
Für den Nutzen von Spermienselektionsverfahren gibt es Hinweise aus Studien, aber keine Garantie für den Einzelfall. Wir setzen den Fertile Chip© dort ein, wo es eine nachvollziehbare Begründung gibt – und sagen Ihnen offen, wenn andere Faktoren im Vordergrund stehen. Einen Überblick über alle Methoden finden Sie unter Kinderwunsch-Behandlungen.
Wie der Fertile Chip© mit anderen Methoden zusammenspielt.
Fertile Chip© oder PICSI?
Beide Verfahren suchen Spermien mit möglichst intakter DNA, nutzen dafür aber unterschiedliche Prinzipien: Der Chip setzt auf die Wanderung durch eine Mikrostruktur, PICSI auf die Bindung reifer Spermien an Hyaluronsäure. Was besser passt, entscheidet der Befund – nicht die Technik.
Mit ICSI und IVF
Nach der Befruchtung
Ist die Befruchtung erfolgt, entscheiden Embryonalentwicklung und Einnistung über den weiteren Verlauf. Hier können die verlängerte Kultur bis zum Blastozystenstadium und – bei verhärteter Eihülle – das Assisted Hatching sinnvolle Ergänzungen sein.
Lebensstil und Vorsorge.
Rauchen schädigt die Fruchtbarkeit
Tatsache ist, dass mit steigendem Alter auch die Samenqualität abnimmt; die DNA-Fragmentierung sowie die Sauerstoffradikale der Spermien steigen. Das wird durch Lebensstilfaktoren wie beispielsweise Nikotinmissbrauch noch wesentlich beschleunigt.
Das Spermiogramm als Standard-Check
Prof. Wilfried Feichtinger, Gründer des Instituts und „medizinischer Vater“ des ersten Retortenbabys in Österreich, betont:
„Genauso wie ein Hormonstatus bei der Frau standardmäßig durchgeführt wird, sollte ein Spermiogramm von jedem Mann auch ohne Kinderwunsch durchgeführt werden, um den momentanen Stand der Spermienqualität zu erfahren. Der Aufwand und die Kosten sind relativ gering verglichen mit den damit gewonnenen Informationen.“
Neue Verfahren – mit Erfahrung eingeordnet
Das Wunschbaby Institut Feichtinger war das erste Institut Österreichs, das den Fertile Chip© angeboten hat. Diese Rolle ist für uns nicht neu: Seit 1982/83 sind wir Pionier der Fortpflanzungsmedizin in Österreich, hier kam das erste österreichische IVF-Baby zur Welt, und 1993 wurde die ICSI durch das WIF in Österreich eingeführt. Über 30.000 Geburten sind aus Behandlungen bei uns hervorgegangen.
Neue Technologie allein genügt allerdings nicht – sie muss zum Befund passen. Weil wir Genetik- und Hormonlabor im eigenen Haus haben, können wir Diagnostik, Laborverfahren und Behandlungsplan direkt zusammenführen: 360 Grad unter einem Dach, an unseren Standorten in Wien, Baden und St. Pölten. State of the art dort, wo es Ihnen hilft – und ehrliche Zurückhaltung dort, wo ein Zusatzverfahren keinen erkennbaren Vorteil bringt. We are family: Wir behandeln Sie so, wie wir unsere eigene Familie behandeln würden.
Häufige Fragen zum Fertile Chip© („Chipsi“).
Was ist der Fertile Chip© in einem Satz?
Der Fertile Chip© ist ein Mikrochip mit feinsten Kanälen, den die Spermien aus eigener Kraft durchwandern müssen. Weil diese Struktur die natürliche Wanderung zur Eizelle imitiert, gelangen vor allem vitale, gut bewegliche Spermien in den Zielbereich – aus ihnen werden jene für die Befruchtung ausgewählt.
Wofür steht die Bezeichnung „Chipsi“?
„Chipsi“ ist die im Alltag gebräuchliche Kurzform für die Spermienselektion mit dem Fertile Chip© – analog zu „ICSI“ oder „PICSI“. Gemeint ist immer dasselbe Verfahren: die Selektion der Spermien über die Mikrochip-Technologie vor der Befruchtung.
Was ist der Unterschied zwischen Fertile Chip© und PICSI?
Beide Verfahren wählen Spermien nach funktionellen Eigenschaften aus, gehen dabei aber unterschiedlich vor. Beim Fertile Chip© müssen die Spermien eine Mikrostruktur durchwandern. Bei PICSI binden reife Spermien an eine Beschichtung aus Hyaluronsäure – jenem Stoff, der auch die Eizelle umgibt. Welches Verfahren in Ihrem Fall geeigneter ist, entscheiden wir anhand des Samenbefundes.
Ist der Fertile Chip© auch bei einer Insemination möglich?
Ja. Das ist ein Vorteil dieser Methode: Sie lässt sich sowohl bei IVF und ICSI als auch bei der Insemination einsetzen. Voraussetzung ist, dass genügend beweglicher Samen vorhanden ist, um die Kanäle zu durchwandern.
Spüre ich als Patientin oder Patient etwas davon?
Nein. Die Selektion findet ausschließlich im Labor statt, nachdem die Samenprobe abgegeben wurde. Es sind dafür keine zusätzlichen Medikamente, keine weiteren Eingriffe und keine zusätzlichen Termine nötig, und die Behandlung dauert dadurch nicht länger.
Für wen ist die Methode besonders interessant?
Vor allem dann, wenn der männliche Faktor eine Rolle spielt: reduzierte Beweglichkeit oder Morphologie im Spermiogramm, Hinweise auf DNA-Fragmentierung, fortgeschritteneres Alter des Mannes, auffällig niedrige Befruchtungsraten in einem früheren Zyklus oder wiederholte erfolglose Behandlungen.
Ersetzt der Fertile Chip© ein Spermiogramm?
Nein. Das Spermiogramm ist die Grundlage, auf der wir überhaupt entscheiden können, ob eine Selektion sinnvoll ist – es beschreibt Anzahl, Beweglichkeit und Form der Spermien. Der Chip ist ein Verfahren zur Auswahl im Rahmen der Behandlung, keine Untersuchung. Beides gehört zusammen.
Garantiert die Spermienselektion eine Schwangerschaft?
Nein, und das würden wir auch nicht in Aussicht stellen. Die Selektion kann die Qualität der für die Befruchtung verwendeten Spermien verbessern; auf Eizellqualität, Embryonalentwicklung und Einnistung hat sie keinen Einfluss. Sie ist ein Baustein, der die Chancen unterstützen kann – keine Sicherheit.
Ist der Fertile Chip© das Richtige für Sie?
Im persönlichen Gespräch klären wir, ob die Spermienselektion mit dem Fertile Chip© Ihre Behandlung sinnvoll ergänzt.
Oder rufen Sie uns an: +43 1 877 77 75