Eizellen einfrieren
Nach einer hormonellen Stimulation werden reife Eizellen entnommen und vitrifiziert. Der Weg dauert rund zwei Wochen und ist die häufigste Maßnahme bei Frauen.
Das Wunschbaby Institut Feichtinger gibt Krebspatient:innen neue Chancen für ihren Fertilitätserhalt.
Durch die zunehmende Effizienz der Krebsbehandlungen ist das Langzeitüberleben von Krebspatient:innen in den letzten Jahren rasant angestiegen. Vor allem junge Patient:innen, die von ihrer Krebserkrankung geheilt wurden, leiden jedoch mitunter an den Langzeitfolgen der Krebsbehandlung: Bei einem Großteil der jungen Frauen und Männer, die eine Chemotherapie oder Bestrahlung durchlaufen, kann es zu einer Schädigung der Eierstöcke bzw. Hoden kommen.
In der Reproduktionsmedizin sind die Methoden mittlerweile so weit fortgeschritten, dass in vielen Fällen auch kurzfristig vor Beginn einer Chemo- oder Strahlentherapie noch eine Eizellentnahme und Kryokonservierung von Eizellen erfolgen kann – und damit die ungewollte Kinderlosigkeit verhindert wird.
Es kommen fast alle Krebsarten für eine fertilitätserhaltende Behandlung in Frage. Besonders häufig sind junge Patientinnen jedoch von Blutkrebs (Leukämie, Lymphom u. a.) sowie Brustkrebs betroffen.
Priv.-Doz. DDr. Michael Feichtinger befasst sich seit Jahren mit dem Thema Fertilitätserhalt und hat im Rahmen von internationalen Kooperationen mehrere Publikationen in internationalen Fachjournalen und Büchern zu diesem Thema verfasst. Er steht diesbezüglich in engem Kontakt mit dem renommierten Karolinska Institutet in Stockholm und hat dort, zusätzlich zu seiner Funktion als ärztlicher Leiter am Wunschbaby Institut Wien, eine Post-Doc-Stelle am Department für Onkologie im Bereich des Fertilitätserhalts.
Seit 2019 ist das Wunschbaby Institut Feichtinger Mitglied bei FertiPROTEKT, der internationalen Netzwerkplattform für fertilitätsprotektive Maßnahmen.
Welche Maßnahme in Frage kommt, hängt von Ihrer Diagnose, dem geplanten Therapiestart und Ihrer persönlichen Situation ab. Die Entscheidung treffen wir immer in Abstimmung mit Ihrem onkologischen Team.
Nach einer hormonellen Stimulation werden reife Eizellen entnommen und vitrifiziert. Der Weg dauert rund zwei Wochen und ist die häufigste Maßnahme bei Frauen.
Besteht eine Partnerschaft, können die entnommenen Eizellen befruchtet und die entstehenden Blastozysten eingefroren werden.
Bei Männern ist der Fertilitätserhalt besonders einfach: Die Samenprobe kann in der Regel noch am selben Tag abgegeben und eingefroren werden.
Lässt sich kein Ejakulat gewinnen, kann in einem kurzen Eingriff Hodengewebe entnommen und konserviert werden – auch bei Azoospermie.
Reicht eine Stimulation nicht für eine ausreichende Eizellzahl, lassen sich mit zwei Stimulationen in einem Zyklus mehr Eizellen in kürzerer Zeit gewinnen.
Je nach Therapieplan kommen zusätzliche Maßnahmen in Betracht, etwa ein medikamentöser Schutz der Eierstöcke oder deren operative Verlagerung vor einer Bestrahlung.
Wir wissen, dass Sie jetzt keine Wartezeiten brauchen. Melden Sie sich bitte, sobald Ihre Diagnose feststeht – wir richten kurzfristig Termine ein.
Rufen Sie uns an oder lassen Sie uns von Ihrer behandelnden Abteilung kontaktieren. Sagen Sie dabei bitte, wann die onkologische Therapie geplant ist – das bestimmt alles Weitere.
Wir besprechen Diagnose, Therapieplan und die realistischen Möglichkeiten. Parallel stimmen wir uns mit Ihrem onkologischen Team ab, damit der Fertilitätserhalt den Behandlungsstart nicht verzögert.
Bei Frauen erfolgen Hormonbestimmung und Ultraschall der Eierstöcke, bei Männern ein Spermiogramm. Dazu kommen die üblichen Infektionsserologien. Diese Schritte lassen sich meist innerhalb weniger Tage erledigen.
Eine Samenprobe kann sofort abgegeben werden. Für die Eizellgewinnung ist eine Stimulation von etwa zwei Wochen nötig, gefolgt von einem kurzen ambulanten Eingriff.
Die Zellen werden in flüssigem Stickstoff bei −196 °C konserviert und in mehreren Portionen gelagert. Ab diesem Zeitpunkt altern sie biologisch nicht weiter.
Sie kehren in die onkologische Behandlung zurück – mit der Sicherheit, dass Ihre Möglichkeit auf ein eigenes Kind nicht verloren gegangen ist. Wir bleiben für Sie erreichbar.
Chemotherapien – insbesondere alkylierende Substanzen – und eine Bestrahlung im Becken können die Eizellreserve dauerhaft verringern und bis zu einem vorzeitigen Wechsel führen. Wie stark, hängt von Substanz, Dosis und Ihrem Alter zu Therapiebeginn ab.
Der Standardweg ist die Entnahme und Kryokonservierung reifer Eizellen nach einer hormonellen Stimulation. Bei sehr knapper Zeit oder geringer Eizellreserve kann eine DuoStim sinnvoll sein, um in einem Zyklus mehr Eizellen zu gewinnen. Bei hormonabhängigen Tumoren wählen wir das Stimulationsprotokoll in Abstimmung mit der Onkologie besonders sorgfältig.
Chemotherapie und Bestrahlung können die Samenzellbildung im Hoden stark beeinträchtigen. Sie erholt sich in manchen Fällen nach Monaten oder Jahren – verlässlich vorhersagen lässt sich das nicht. Deshalb sollte die Konservierung vor Therapiebeginn erfolgen.
Der Aufwand ist gering: In der Regel genügt die Abgabe einer Samenprobe im Institut, die noch am selben Tag beurteilt und eingefroren wird. Nach Möglichkeit konservieren wir mehrere Proben. Ist keine Probe zu gewinnen oder sind keine Samenzellen nachweisbar, kann in einem kurzen Eingriff Hodengewebe entnommen werden – mehr dazu auf unserer Seite zur Hodenpunktion.
Nach abgeschlossener Krebstherapie stellt sich die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt. Wie lange Sie warten sollten, hängt von Ihrer Erkrankung, der Therapie und einer allfälligen Nachbehandlung ab – diese Frage gehört gemeinsam mit Ihrem onkologischen Team beantwortet, nicht von uns allein.
Wenn Sie zu uns zurückkommen, prüfen wir zunächst, wie sich Ihre Fruchtbarkeit erholt hat: bei Frauen über Hormonwerte und die Beurteilung der Eizellreserve, bei Männern über ein Spermiogramm. Manchmal ist eine spontane Schwangerschaft möglich, und die eingefrorenen Zellen bleiben unangetastet – auch das ist ein gutes Ergebnis. Andernfalls setzen wir Ihre konservierten Zellen ein: aufgetaute Eizellen werden mittels ICSI befruchtet, eingefrorene Blastozysten in einem vorbereiteten Zyklus übertragen.
Sollte sich zeigen, dass keine eigenen Eizellen mehr verfügbar sind, gibt es weiterhin Wege – etwa die Eizellspende, die in Österreich unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist. Auch darüber sprechen wir offen, wenn es soweit ist.
Der Fertilitätserhalt vor einer Krebstherapie ist ein anerkannter medizinischer Grund für das Einfrieren von Ei- und Samenzellen. Rechtlich sind folgende Punkte relevant:
Stand: 2026. Rechtslage und Auslegung entwickeln sich weiter – gerade in Ihrer Situation klären wir die Details rasch und persönlich im Beratungsgespräch. Einen Überblick finden Sie auch auf unserer Seite zu den rechtlichen Grundlagen.
Wir sind seit 1982/83 Pionier der Reproduktionsmedizin in Österreich und haben die Technik der Kryokonservierung 1991 mitentwickelt. Eigenes Genetiklabor, eigene Samen- und Eizellbank und die Standorte Wien, Baden und St. Pölten bedeuten für Sie: kurze Wege, kurzfristige Termine und über 30.000 Kinder Erfahrung. Rufen Sie uns an, sobald Ihre Diagnose feststeht.
Bei Männern genügt in der Regel ein Termin: Die Samenprobe kann abgegeben und noch am selben Tag eingefroren werden. Bei Frauen benötigt die Stimulation der Eierstöcke etwa zwei Wochen bis zur Eizellentnahme. Sprechen Sie uns bitte trotzdem an, wenn Sie weniger Zeit haben – manchmal lässt sich der Zeitpunkt im Zyklus nutzen, um schneller zu beginnen.
Das ist unsere zentrale Sorge, und deshalb stimmen wir uns immer mit Ihrem onkologischen Team ab. Die Priorität liegt eindeutig bei Ihrer Krebstherapie. Wenn eine Verzögerung nicht vertretbar ist, sagen wir das offen und suchen die Maßnahme, die ohne Zeitverlust möglich ist.
Bei hormonabhängigen Tumoren wird das Stimulationskonzept besonders sorgfältig gewählt und immer mit der Onkologie abgestimmt. Es gibt Protokolle, die darauf Rücksicht nehmen. Ob eine Stimulation in Ihrem Fall vertretbar ist, entscheiden wir nicht allein, sondern gemeinsam mit Ihren behandelnden Onkolog:innen.
Das Einfrieren von Eizellen bei medizinischer Indikation – wie vor einer Krebstherapie – ist möglich. Für die spätere Verwendung gilt jedoch, dass eine medizinisch unterstützte Fortpflanzung in Österreich in einer Ehe, eingetragenen Partnerschaft oder Lebensgemeinschaft zulässig ist. Weil dieser Punkt wichtig für Ihre Entscheidung ist, besprechen wir ihn vorab offen (Stand: 2026).
Grundsätzlich kommen fast alle Krebsarten für fertilitätserhaltende Maßnahmen in Betracht. Besonders häufig betroffen sind junge Patientinnen mit Blutkrebs (Leukämien, Lymphome) oder Brustkrebs sowie junge Männer mit Hodentumoren oder Lymphomen. Welche Maßnahme sinnvoll ist, hängt von Diagnose und Therapieplan ab.
Biologisch altern die Zellen bei −196 °C nicht weiter. Rechtlich ist in Österreich eine Lagerung bis auf Widerruf, höchstens jedoch zehn Jahre, vorgesehen (Stand: 2026). Wir informieren Sie rechtzeitig, wenn eine Entscheidung oder Verlängerung ansteht – niemand verliert bei uns unbemerkt seine Proben.
Das ist möglich, aber nicht vorhersehbar. Bei manchen Patient:innen kehrt die Funktion von Eierstöcken oder Hoden nach Monaten bis Jahren zurück, bei anderen nicht oder nur teilweise. Genau diese Unsicherheit ist der Grund, vorher zu konservieren: Sie verlieren nichts, wenn es von selbst gelingt – aber Sie gewinnen viel, wenn nicht.
Die Kosten hängen von der gewählten Maßnahme ab, und die Regelungen zur Kostenübernahme sind komplex. Wir stellen Ihnen vor Behandlungsbeginn eine transparente, schriftliche Aufstellung zur Verfügung und sagen Ihnen, was Sie mit Ihrer Krankenversicherung klären sollten – ohne dass Sie sich in dieser Situation selbst durch Formulare arbeiten müssen.
Gerade vor einer onkologischen Therapie zählt jeder Tag. Wir nehmen uns kurzfristig Zeit für Sie.
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