Lebensstil & Ernährung
Bei übergewichtigen Patientinnen kann schon eine moderate Gewichtsabnahme Zyklus und Eisprung deutlich verbessern – oft der wirksamste erste Schritt.
Das PMOS – Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom, bis Mai 2026 als PCO-Syndrom (PCOS) bekannt – ist die häufigste Hormonstörung bei jungen Frauen: Zwischen 5 und 20 % aller Frauen sind betroffen.
Seit Mai 2026 trägt die Erkrankung offiziell einen neuen Namen: PMOS, Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom. Die Umbenennung ist mehr als eine neue Bezeichnung – sie steht für ein besseres Verständnis: Betroffen sind nicht nur die Eierstöcke, sondern mehrere hormonelle Regelkreise und häufig auch der Stoffwechsel. Der alte Name „Polyzystisches Ovarialsyndrom“ war für viele Frauen irreführend, denn nicht jede Betroffene zeigt die namensgebenden Veränderungen an den Eierstöcken – und die Erkrankung ist weit mehr als ein rein gynäkologisches Thema.
Für Frauen mit Kinderwunsch bedeutet der ganzheitlichere Blick vor allem eines: mehr Klarheit und eine gezieltere Behandlung. Mehr zur Umbenennung lesen Sie in unserem Blogbeitrag „Kinderwunsch und PMOS: Warum PCOS jetzt einen neuen Namen trägt“.
Typischerweise berichten Frauen über seltene Regelblutungen, verstärkte Körperbehaarung und Hautunreinheiten, wobei nicht alle Merkmale auftreten müssen. Im Ultraschall sind typischerweise vergrößerte „polyzystische“ Eierstöcke darstellbar.
Die reduzierten Menstruationsblutungen entstehen durch eine verzögerte bzw. erschwerte Eizellreifung. Dadurch, dass es länger dauert, bis sich eine reife Eizelle bildet, verlängert sich der Zyklus. Dies erschwert auch den Eintritt einer Schwangerschaft, da es seltener zum Eisprung kommt. Auch der AMH-Wert wird vom PMOS beeinflusst.
Die Diagnose wird gestellt, wenn mindestens zwei der drei sogenannten Rotterdam-Kriterien erfüllt sind: seltene oder ausbleibende Eisprünge (erkennbar an langen oder unregelmäßigen Zyklen), erhöhte männliche Hormone – im Blut messbar oder sichtbar an Haut und Behaarung – sowie polyzystische Eierstöcke im Ultraschall. Wichtig zu wissen: Trotz des Namens handelt es sich dabei nicht um Zysten, sondern um viele kleine, in ihrer Reifung „angehaltene“ Eibläschen.
Am Wunschbaby Institut Feichtinger erfolgt die Abklärung aus einer Hand: Hormonstatus aus unserem eigenen Hormonlabor, Ultraschalluntersuchung und ein ausführliches Gespräch über Zyklus, Gewicht und Begleitsymptome. Häufig findet sich beim PMOS auch eine Insulinresistenz – also ein gestörter Zuckerstoffwechsel –, die bei der Therapieplanung berücksichtigt wird. Einen guten ersten Überblick über Ihre persönliche Situation bietet eine Kinderwunsch-Erstberatung.
Eng mit dem PMOS verknüpft sind Lebensstilfaktoren und die Ernährung. So leiden Frauen mit einem erhöhten Körpergewicht häufiger am PMOS – durch die Umstellung des Lebenswandels kann bei übergewichtigen PMOS-Patientinnen das PMOS positiv beeinflusst werden.
Der erste Schritt einer Kinderwunschbehandlung des PMOS ist zumeist die Unterstützung der Eizellreife und dadurch die Herbeiführung einer spontanen Schwangerschaft. Dies kann einerseits mit unterstützenden Medikamenten angestrebt werden, andererseits mit einer milden Stimulation mit Tabletten oder FSH.
Sollten andere Faktoren vorliegen, wie beispielsweise ein herabgesetztes Spermiogramm des Partners oder verschlossene Eileiter, kann oft eine künstliche Befruchtung notwendig sein. Am Wunschbaby Institut Feichtinger werden für Frauen mit PMOS eigens entwickelte Hormonbehandlungen für die Eizellstimulation angewendet.
Die Behandlung folgt einem Stufenprinzip – vom sanftesten Weg bis zur künstlichen Befruchtung. Viele Frauen werden bereits mit den ersten Schritten schwanger.
Bei übergewichtigen Patientinnen kann schon eine moderate Gewichtsabnahme Zyklus und Eisprung deutlich verbessern – oft der wirksamste erste Schritt.
Per Ultraschall und Hormonwerten beobachten wir die Eizellreifung und bestimmen den optimalen Zeitpunkt für eine Schwangerschaft.
Tabletten oder niedrig dosiertes FSH unterstützen die Eizellreifung und lösen den Eisprung gezielt aus – engmaschig überwacht.
Kommen weitere Faktoren dazu, führen IVF oder ICSI ans Ziel – mit speziell auf das PMOS abgestimmter, sanfter Hormondosierung.
Die wichtigste Botschaft vorweg: Die allermeisten Frauen mit PMOS können schwanger werden – oft schon mit einfachen Maßnahmen. Da die Eizellreserve bei PMOS-Patientinnen meist hoch ist, stehen die Chancen auch bei einer Kinderwunschbehandlung gut. Entscheidend ist eine sorgfältig dosierte Stimulation: Sie unterstützt die Eizellreifung und beugt zugleich einer Überstimulation vor, für die Frauen mit PMOS empfänglicher sind. Am Wunschbaby Institut Feichtinger kommen dafür eigens entwickelte, individuell angepasste Stimulationskonzepte zum Einsatz.
Wichtig ist außerdem der Blick auf die Gesundheit insgesamt: Das PMOS kann langfristig mit einem erhöhten Risiko für Zuckerstoffwechselstörungen einhergehen – ein Grund mehr, es frühzeitig abklären zu lassen. Was Sie selbst für Ihre Fruchtbarkeit tun können, lesen Sie in unserem Ratgeber Schwanger werden – oder Sie besuchen einen unserer kostenlosen Kinderwunsch-Infoabende in Wien, Baden oder St. Pölten.
Weitere Informationen und Studien zum PMOS (PCOS) von Priv.-Doz. DDr. Michael Feichtinger:
Mehr über die Abklärung der weiblichen Fruchtbarkeit erfahren Sie unter Ferticheck Female – einen Gesamtüberblick über alle Gründe für unerfüllten Kinderwunsch gibt unsere Ursachen-Seite.
Ja, viele Frauen mit PMOS werden spontan schwanger – es dauert oft nur länger, weil der Eisprung seltener stattfindet. Mit einer Lebensstilumstellung und gegebenenfalls einer milden Unterstützung der Eizellreifung lassen sich die Chancen auf eine natürliche Schwangerschaft deutlich verbessern.
Typische Hinweise sind lange oder unregelmäßige Zyklen, verstärkte Körperbehaarung, Hautunreinheiten oder ein unerfüllter Kinderwunsch. Die Diagnose wird anhand der Rotterdam-Kriterien gestellt – mit Hormonstatus und Ultraschall lässt sich das bei uns unkompliziert abklären.
Beim PMOS ist der AMH-Wert typischerweise erhöht, weil viele kleine Eibläschen gleichzeitig heranwachsen. Das ist grundsätzlich eine gute Nachricht für den Kinderwunsch: Die Eizellreserve ist meist groß – die Eibläschen brauchen nur Unterstützung bei der Reifung.
Bei übergewichtigen Patientinnen ja: Schon eine moderate Gewichtsreduktion kann den Hormonhaushalt günstig beeinflussen, den Zyklus regelmäßiger machen und die Wahrscheinlichkeit eines Eisprungs erhöhen. Schlanke Frauen mit PMOS profitieren dagegen nicht vom Abnehmen – hier stehen andere Behandlungswege im Vordergrund.
Nein. Polyzystisch erscheinende Eierstöcke allein sind noch keine Erkrankung – sie kommen auch bei ganz gesunden Frauen mit regelmäßigem Zyklus vor. Vom PMOS spricht man erst, wenn mindestens zwei der drei Rotterdam-Kriterien erfüllt sind.
Dann stehen weitere Stufen zur Verfügung: eine niedrig dosierte Stimulation mit FSH-Spritzen und – falls zusätzliche Faktoren wie ein eingeschränktes Spermiogramm oder verschlossene Eileiter vorliegen – die künstliche Befruchtung per IVF oder ICSI. Wir passen die Behandlung Schritt für Schritt an Ihre Situation an.
Das PMOS ist eine chronische Hormonstörung und im engeren Sinn nicht heilbar – aber sehr gut behandelbar. Zyklus, Eisprung und Stoffwechsel lassen sich durch Lebensstil und Medikamente günstig beeinflussen, und dem Kinderwunsch steht mit der richtigen Behandlung meist nichts im Weg.
Frauen mit PMOS reagieren oft empfindlicher auf Hormone und haben ein erhöhtes Risiko für eine Überstimulation der Eierstöcke. Deshalb stimulieren wir bewusst mild, kontrollieren engmaschig per Ultraschall und Blutwerten und setzen auf individuell angepasste Behandlungskonzepte.
Mit der richtigen Behandlung steht dem Kinderwunsch trotz PMOS meist nichts im Weg.
Oder rufen Sie uns an: +43 1 877 77 75
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