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Experte warnt: Hochverarbeitete Lebensmittel gefährden die Fruchtbarkeit

17. August 2026 ·Priv. Doz. DDr. Michael Feichtinger
Experte warnt: Hochverarbeitete Lebensmittel gefährden die Fruchtbarkeit

In der westlichen Welt besteht bereits die Hälfte unserer Ernährung aus sogenannten hochverarbeiteten Lebensmitteln. Darunter verstehen wir Nährstoffe aus der Massenproduktion, welche reich an zugesetzten Zuckern, Salzen und gesättigten Fettsäuren und gleichzeitig arm an Ballaststoffen sind, also beispielsweise Softdrinks, Fertiggerichte, Chips und Süßigkeiten. Mehrere Studien konnten bereits Ernährungsgewohnheiten mit einer erniedrigten Fruchtbarkeit bei Frauen und Männern in Verbindung bringen; die gestern erschienene Studie untersuchte jedoch erstmals sowohl die mütterliche als auch die väterliche Aufnahme von hochverarbeiteten Lebensmitteln hinsichtlich deren Einfluss auf die Fruchtbarkeit und folglich auch auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes.

Die Studie an über 1000 Männern und Frauen konnte zeigen, dass vor allem die männliche Fruchtbarkeit unter einer erhöhten Aufnahme von hochverarbeiteten Lebensmitteln leidet

Die Studie konnte interessante Unterschiede in den Ernährungsgewohnheiten von Männern und Frauen sowie deren Fruchtbarkeit feststellen: Während sich die männliche Aufnahme von hochverarbeiteten Lebensmitteln auf eine längere Dauer bis zur Erfüllung des Kinderwunsches ausgewirkt hat, konnte bei Frauen mit einer erhöhten Aufnahme ein verlangsamtes Wachstum des ungeborenen Kindes in den ersten sieben Schwangerschaftswochen festgestellt werden. Dies deutet darauf hin, dass sich hochverarbeitete Lebensmittel beim Mann direkt auf die Samenqualität auswirken, während sie bei der Frau eher die Entwicklung ihres ungeborenen Babys beeinflussen.

Während die soeben publizierte Studie die weitere kindliche Entwicklung nicht untersuchte, konnten andere Studien ein langsameres Wachstum zu Beginn der Schwangerschaft mit Schwangerschaftskomplikationen wie Frühgeburten und einer negativen Auswirkung auf die kindliche Langzeitgesundheit zeigen. Sowohl im Sinne der eigenen Gesundheit sowie der Fruchtbarkeit als auch zum Wohle des ungeborenen oder zukünftigen Kindes sollten Männer wie Frauen möglichst auf hochverarbeitete Lebensmittel verzichten.

Lin, C. H. X., Gaillard, R., Mulders, A., Jaddoe, V. W. V., & Schipper, M. C. (2026). Periconceptional ultra-processed food consumption in women and men, fertility, and early embryonic development. Hum Reprod. https://doi.org/10.1093/humrep/deag023

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